E700

Fotos: Joop van Reeken
Seite von Joop van Reeken

Vom ‚Unknown Object‘ zur E 700
oder die Entstehung der Glühbirne – reloaded-

Wie alles begann:

Wie bei so vielen großen und großartigen Erfindungen begann auch diese mit einem Zufall: nach der Bewerbung für die ‚Huntenkunst‘, einer jährlich stattfindenden Kunstmesse, landete kurz darauf eine spannende Mail in meinem Postfach: die Ankündigung des Projektes ‚Artem & Artis‘.

Seite von Artem&Artis

Meine Neugier war geweckt. Und nach einem Telefonat mit der zuständigen Kuratorin, die mich über die Rahmenbedingungen informierte (Bocholt – Grenzregion – Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Handwerksbetrieb) schickte ich meine Bewerbung mit der Verheißung eines vielversprechenden ‚Unknown Objects‘ aus Plexiglas und Metall.

Das Team

Zu meiner Freude erhielt ich einige Zeit später eine Einladung für die Realisierung meines Kunstwerks und damit die Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit der Metallbaufirma Broemmling in Bocholt. Bei einem Treffen mit der Kuratorin, Verena Winter und dem Chef der Firma, Herrn Ralf Brömmling, nahm das Ganze nun konkretere Formen an: aus Metall sollte ein raumgreifendes Objekt in Form einer klassischen Glühbirne konstruiert und dann durch verschiedenfarbige Plexiglasflächen ausgekleidet werden. Zur Realisierung stellte Herr Brömmling mir einen seiner besten Männer, Guido te Laar, vor.

Seite der Firma Brömmling

Der Plan

In einem ersten Schritt legten Guido te Laar und ich die Größe des Objekts fest. Es sollte eine Edelstahlkonstruktion mit unregelmäßigen Flächen in der Form einer klassischen Glühbirne werden.

Kurze Zeit später erhielt ich Fotos von einer großen gegossenen Betonwanne und meine erste Reaktion war die Frage, ob Guido te Laar eine Glocke gießen wolle. Später erfuhr ich, dass er tatsächlich durch einen Besuch in einer Glockengießerei zu dieser Konstruktion inspiriert worden war.

In dieser Betonwanne schweißte er dann Stück für Stück die Form des Objekts zusammen und baute anschließend eine „Fassung“ mit dem Durchmesser 700 cm.

Als ich die fertige Metallhülle sah, beschloß ich nach einiger Überlegung, die Glühbirne nicht vollständig mit farbigem Plexiglas zu schließen.

Ich bestellte transluzentes Plexiglas in den Bauhausfarben gelb, rot und blau und informierte mich eingehend über die Möglichkeiten, Plexiglas zu verkleben.

Die heiße Phase

Bei ca 35 und gefühlten 45 Grad machten Guido und ich uns im Betrieb der Fa. Broemmling an die Arbeit: die Flächen mussten einzeln eingepasst und zugeschnitten werden. Leider klappte das Verkleben nicht so wie gewünscht, da alle Flächen leicht gebogen werden mussten und die Spannung zwischen Plexiglas und Metall zu stark war, so dass sich die Scheiben wieder lösten.

Nach zwei frustrierenden Arbeitstagen tauchte dann im Gespräch mit Kollegen von Herrn te Laar die rettende Idee auf: die Scheiben wurden durch Punktschweißen befestigt.

Geburt und Taufe

So entstand schließlich ein in Form und Gestalt an eine klassische Glühbirne erinnerndes Objekt, welches durch die gleichzeitige offene und geschlossene Form mit dem Außenraum und den Lichteinflüssen reagiert.

Zur Ausleuchtung wurden drei Solar-LED Lampen installiert, die ab Einbruch der Dunkelheit das Objekt zart von innen ausleuchten.

Aufgrund des Sockeldurchmessers von 700 cm wurde das Objekt in Anlehnung an den Namen ihrer kleineren ‚Schwester‘ E 700 getauft.